Freilichtbühne und Märchenwald

Im Jahre 1924 errichtete der Süchtelner Verschönerungsverein unter Vorsitz von Wilhelm Ling und mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Josef Steinbüchel auf den Süchtelner Höhen eine Freilichtbühne, auf der die Theatergesellschaften "Erholung" und "Humor" ihre Veranstaltungen darboten. Auch die Kinder der nahen Waldschule nutzten bei Feierlichkeiten die Freilichtbühne gerne zur Aufführung selbstgeschriebener „Theaterstücke“ und nicht zuletzt gaben die örtlichen Chöre hier gerne ein Freiluftkonzert. Die hölzernen Sitzreihen für die Zuschauer boten rund 900 Besuchern Platz und die Akustik war so ausgezeichnet, daß auch jeder das leiseste gesprochene Wort auf dem entferntesten Platz gut vernehmen konnte. Nach Ende des 2. Weltkriegs geriet die Freilichtbühne in Vergessenheit und verfiel mit der Zeit zur Ruine. Heute ist sie sogar beinahe vollkommen verschwunden. Sie lag zwischen der Waldkampfbahn, dem Äquatorweg, der Hindenburgstraße und den heutigen Tennisplätzen, auf denen einstmals die Süchtelner Waldschule stand.

 Zur Jahrtausendfeier 1925 wurden folgende StĂĽcke auf der FreilichtbĂĽhne aufgefĂĽhrt:

 AuffĂĽhrung von „Die Nibelungen“ von Fr. Hebbel

Abendvorstellung „Medea“ – Trauerspiel in 5 Akten von Franz Grillparzer. Frau Gertrud Falkner vom Stadttheater Düsseldorf gab zu dieser Vorstellung ein Gastspiel in Süchteln. Außerdem wurde noch die Rütli-Szene aus „Wilhelm Tell“ gegeben.

Aufführung von „Stab und Stein“ – Ein Kölner Domspiel von Otto Brües

 Der Autor des StĂĽckes „Stab und Stein“ Otto BrĂĽes war auf Einladung des BĂĽrgermeisters SteinbĂĽchel nebst Gattin persönlich am 29. Juni 1925 zur AuffĂĽhrung anwesend und erfreute sich  besonders an dem Engagement der Schauspieler und der herrlichen Kulisse.

Die Süchtelner Freilichtbühne mit Sitzbänken für 900 Zuschauer

Die FreilichtbĂĽhne um 1925

Die BĂĽhne mit Kulissenbauten

Seitenansicht der NaturbĂĽhne

In dem Waldstück, vor der ehemaligen Jugendherberge an der Waldkampfbahn, welches seinerzeit noch „Ittertal“ genannt wurde, ließ der hiesige Verschönerungsverein ebenfalls kurz nach dem ersten Weltkrieg einen Märchenwald anlegen. Hier befanden sich viele bunt bemalte, fast lebensgroße Figuren und dargestellte Szenen aus den bekannten Grimm’schen Märchen. Das Gelände war nicht umzäunt und lud jedermann und natürlich vor allem die Kinder auf verschlungenen Wegen zu kostenlosen Spaziergängen ein. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Märchengestalten durch im Waldboden installierte Scheinwerfer angestrahlt und verbreiteten so einen ganz besonderen Reiz. Auch diese Attraktion verschwand durch die Wirren des 2. Weltkriegs und später angestellte Überlegungen, einen neuen Märchenwald zu schaffen, wurden leider wie sooft in dieser Zeit, aus Kostengründen wieder verworfen.

Rotkäppchen und der Wolf im Märchenwald

Hänsel und Gretel bei dem beleuchteten Hexenhäuschen

zurĂĽck